Oberherrschaft Gottes, Verantwortung des Menschen, zwei grundlegende Tatsachen in der Schöpfung

Oberherrschaft Gottes und Verantwortung des Menschen sind zwei grundlegende Tatsachen in der Schöpfung, aber viel Leute sind der Ansicht, dass sie sich gegenseitig ausschliessen, jedenfalls in rationaler Hinsicht.

Wie verhält es sich in geistlicher Hinsicht : welchen Inhalt gibt die Bibel diesen beiden Begriffen und wie kann ein Christ sie wahrnehmen und sie ohne innere Zerrissenheit ausleben ?
– Was versteht man unter « Oberherrschaft » ?
– Ist menschliches Handeln frei oder vorausbestimmt ?
– Ein möglicher Ausgleich
– Calvinismus und Arminianismus

1. Gottes Oberherrschaft

Ein ungewöhnliches Wort

Schlägt man in den protestantischen und katholischen Katechismen nach, so wird man überrascht, dass weder der eine noch der andere eine Rubrik mit diesem Titel vorweist. Das versteht sich, wenn man bedenkt, dass weder dieses Wort noch der Begriff « Allmächtiger » in der Bibel besonders geläufig sind. Was man im AT öfter trifft, ist « Herr der Heerscharen » (Luther) oder « Herr der ganzen Welt » (Gute Nachricht), und im NT « Herr über Himmel und Erde » (Matthäus 11. 25). Der französische protestantische (reformierte) Katechismus enthält ein ganzes Kapitel über « die Vorherbestimmung » (Prädestination), die eine praktische Auswirkung der Oberherrschaft Gottes ist.

Keine Definition sondern praktisch Einsatz

In der Bibel wird der Begriff nicht definiert, sondern in seiner Wirkung dargestellt
Wie auch für viele andere Begriffe bietet die Bibel keine theoretische Definition, sondern zeigt diese Oberherrschaft in ihrem praktischen Einsatz und solche Stellen sind zahlreich, sowohl im AT als im NT. Hier einige Beispiele :

Dir, Herr, gehören Größe und Kraft, Ehre und Hoheit und Pracht! Alles im Himmel und auf der Erde ist dein Eigentum; dir gehört alle Herrschaft, du bist hoch erhoben als das Haupt über alles! 1. Chronik 29.11

Denn alles, was er will, das tut er auch, im Himmel und auf der Erde, auf den Meeren und in allen Tiefen. Psalm 135.6

 Ich kündige an, was geschehen wird, lange bevor es eintrifft. Und das sage ich euch: Wenn ich etwas plane, dann wird es auch ausgeführt. Alles, was ich mir vornehme, das tue ich auch. Jesaja 46.10

Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und auf der Erde lebt, die sichtbaren Geschöpfe auf der Erde und die unsichtbaren im Himmel – die Thronenden, die Herrschenden, die Mächte, die Gewalten. Alles hat Gott durch ihn geschaffen, und alles findet in ihm sein letztes Ziel. Er steht über allem, und alles besteht durch ihn. Kolosser 1.16-17

Was versteht man unter « Gottes Oberherrschaft » ?

Er ist frei : niemand und nichts hat Gewalt oder Macht über ihn ; er aber hat Macht und Gewalt über alles.
Er ist allmächtig : niemand und nichts hat Bestand und Halt neben ihm ; nicht kann ausserhalb von ihm wirken oder sich ihm tatkräftig widersetzen.
Er ist allwissend : er kennt alles gründlich schon vor der Schöpfung ; er ist überall zugleich gegenwärtig.
Er ist am Anfang von allem : alles Bestehende hat seinen Ursprung, seine Existenzberechtigung, sein Recht zu bestehen in ihm.
Er ist am Ende von allem : alles Bestehende existiert in Bezug auf ihn, zu seinem Ruhm.
Er ist echte Liebe : er ist ein Gott der Geselligkeit, der einen Bund mit seinen Geschöpfen schliesst. Er ist unbedingt zuverlässig, immer derselbe in seiner bedingungslosen, vorbehaltslosen Liebe.
Er ist wirklich heilig, durchaus rein und gerecht, allem Übel fremd und unzugänglich.
Er ist ewig, ohne Anfang oder Ende, ausserhalb von Raum und Zeit, er ändert sich keineswegs.
Er ist des Leben, das nur in ihm (fort)bestehen kann.

Eine lebenschöpfende Person sonder gleichen

Alle diese verbundenen Eigenschaften kennzeichnen nicht einen abstrakten, statischen, leblosen Begriff, sondern eine unvergleichliche, im höchsten Masse lebendige, lebenschöpfende Person. Diese hehre Gestalt weckt und trägt die Existenz einer Unzahl verschiedener lebloser und lebendiger Wesen.
Die Philosophen fragen, warum es etwas anstatt nichts gibt, und finden keine Antwort. Die Bibel aber gibt die Antwort: Gott ist da und er ist das Leben : « In ihm leben, handeln und sind wir » (Apostelgeschichte 17.28).

Oberherrschaft in allen Bereichen

Diese Oberherrschaft übt Gott in allen Bereichen aus und besonders :
in der Schöpfung und in der Erhaltung alles Bestehenden ;
in der Geschichte der Menschheit : auf individueller Ebene, sowie unter den Völkern. Er ist Herr über die Geschehnisse, er ruft die führenden Menschen hervor, leitet ihre Laufbahn und ersetzt sie.
in der Erlösung : schon vor der Schöpfung hat er letztere erdacht, ihren Plan entworfen, sie bis ins Einzelne in Tat umgesetzt und sie zu einem vollen Gelingen geführt, und dies trotz oder vielleicht sogar mittels der Hindernisse durch den Teufel und die Menschen.. Er schenkt dem Menschen die Möglichkeit, sie zu empfangen und im Dienst und der Heiligung voranzukommen. So schafft er sich ein Volk, unter dem er lebt und das ihn verherrlicht.

Eine für den Glauben grundlegende Lehre

Für unseren Glaubensweg ist diese Lehre wesentlich.
Sie begründet und vertieft unsere Ehrfurcht vor Gott, den Sie auf seinen Thron setzt. Sie macht uns auf Gottes unendliche Erhabenheit über den Menschen aufmerksam, auf die unzähligen Aspekte seiner Heiligkeit und auf das Vorrecht, dennoch wissen zu dürfen, wie nah er uns ist, so dass er sogar unser Vater sein wollte.
Sie bildet das Fundament unseres geistlichen Lebens. Dieses Leben entfaltet sich in der Anbetung, d. h. es übergibt Gott die Leitung unseres Daseins, vor allem anderen Achtenswerten. Es kommt keinem Menschen zu, die Art und Weise auszudenken, wie man Gott angemessen anbeten kann ; Gott allein kann uns das offenbaren und uns durch seinen Geist darein führen.
Sie zeigt uns, wie unsinnig, unwürdig und beleidigend jede vom Menschen erdachte Religion und das Heil durch Werke sind. Was kann ein winziges sündiges Wesen vorbringen und vor der unendlichen heiligen Majestät des Schöpfers gelten lassen, der seine Geschöpfe segnen möchte ?
Sie stellt Gott und den Menschen wieder an seine jeweilige Stelle. Wir sind kleine befleckte Geschöpfe, die durch ihren törichten Unabhängigkeitsdrang von Gott abgefallen sind. Gott aber ist so unermesslich erhaben und verschieden von allem, was er gemacht hat und liebt.
Sie erweckt eine freiwillige und zuversichtliche Unterwerfung unter diesen liebenden Gott, Demut vor seiner Erhabenheit, Vertrauen zu diesem seinen Versprechen treuen Allmächtigen, Lob diesem Vater, bei dem alles, was man sich über ihn denken mag, noch unendlich durch die eigentliche Wirklichkeit übertroffen wird.
Sie ist eine volle Garantie für unsere Zukunft bei Gott : was er geplant und versprochen hat, ist er allmächtig auszuführen und nichts kann ihn daran hindern.

2. Freies oder vorbestimmtes Handeln ?

In unseren bisherigen Überlegungen stiessen wir oft auf Wörter wie « alle, alles » oder ähnliche, die jede Einschränkung oder Begrenzung auf Gottes Seite ausschliessen.

Zufall gibt es nicht !

Menschen werfen das Los, aber die Entscheidung kommt von Gott (Sprichwörter 16.33).

Das bedeutet, dass selbst was wir Geschick, Schicksal oder Zufall nennen, vor Gott nur haltlose Trugbilder sind. Zudem beruft man sich gern auf solches unpersönliche, beeindruckende oder sogar furchtbare Zeug, um nicht von Gott selbst sprechen zu müssen. Auch diese Dinge können also das souveräne Handeln Gottes nicht einschränken.

Willensfreiheit des Menschen oder Gottes Oberherrschaft ?

Und wie steht es mit dem Menschen, der Anspruch auf freie Entscheidung, auf Willensfreiheit erhebt, d.h. auf sein Vermögen,nach eigenem Willen zu handeln, eine Entscheidung zu treffen, ohne jeden Grund, der ihn auf die eine eher als auf die andere Seite neigen liesse (dem Wörterbuch zufolge). Wenn Gott die Oberherrschaft innehat, wenn er alle Entscheidungen trifft, so dass kein Spatz auf die Erde fällt, ohne dass es euer Vater zulässt (Matthäus 10.29), was bleibt dann noch an Raum übrig für irgend eine Freiheit des Menschen ? Ist diese nicht einfach eine Illusion und der Mensch einfach eine Puppe, die von einem viel Stärkeren als er manipuliert wird ?
Geht Gottes Oberherrschaft so weit, dass sie sogar dem Menschen das Heil gewährt oder versagt ? Oder macht seine Allmacht Halt an der Schwelle dieses Bereichs des menschlichen Daseins ?

Römer 9.18 erklârt : Gott verfährt also ganz nach seinem freien Willen : dem einen schenkt er seine Gnade und den anderen macht er so starrsinnig, dass er sich gegen ihn verschliesst.

Exodus 9.12 zeigt, dass Pharao von Gott starrsinnig gemacht wurde, damit er ihm nicht gehorche. Das geschah jedoch erst nach den fünf ersten Plagen, bei denen jedesmal genau angegeben wird, dass sich Pharao aus freiem Willen eigensinnig gegen Gott stellte.

Definieren wir einige Schlüsselbegriffe !

Determinismus

Menschliches Handeln ist nicht grundlos, da nichts ohne Grund geschieht. Also wird jede menschliche Handlung durch einen Moment ausserhalb des Menschen hervorgerufen und dieser letztendliche Faktor ist Gott.
Frei entscheiden heisst das tun, was man wünscht, aber gegeben wird uns der Wunsch von Gott. (Jonathan Edwards) Das gemahnt einen an Philipper 2.13 : Gott gibt ist es, der in euch das Wollen und das Vollbringen bewirkt, noch über euren guten Willen hinaus. Somit hätte der Mensch also gar keine Entscheidungsfreiheit.

Einwände :
1. Man tut nicht immer, was man wünscht und man wünscht nicht immer, was man tut (Römer 7.15-16). In diesem Fall ist der Auslöser nicht Gott, sondern die Sünde. Damit verschiebt man aber das Problem nur um eine Stufe : schränkt Sünde Gott ein ? Gewiss nicht, er hat sie ja am Kreuz besiegt !

2. Gott kann menschliches Handeln auch in Übereinstimmung mit der menschlichen Willensfreiheit vorbestimmen anstatt im Widerspruch zu ihr. Ein Mensch kann auch das wählen, wollen, was Gott will.

Unbestimmtheit

Mein Verhalten hat keinen Grund. Nichts veranlasst mich zu dieser eher als zu jener Handlung, sie auf eine oder auf eine andere Weise zu machen. Alles ist willkürlich, unberechenbar.

Einwände :
1. Gewöhnlich überlegt der Mensch, bevor er etwas tut und setzt dann diese Überlegung in die Tat um. Oft kann man also einen Grund feststellen.

2. Damit wäre der Mensch ein unberechenbares, verantwortungsloses, unreifes und unausstehliches Wesen.

3. Damit würde man sogar Gott seiner Rolle als Schöpfer berauben, der alle Dinge und alle Personen für ein Ziel gemacht hat, und sie durch sein Wort zum Erreichen dieses Ziels trägt und führt.

Selbstbestimmung

Die Handlungen eines Menschen werden von ihm selbst und nicht von jemand anders ausgelöst, sonst wäre er nicht verantwortlich. Im Wort « verantwortlich » steckt der Gedanke « für seine Taten Rechenschaft ablegen, auf eine Frage mit einem Bericht antworten » und das setzt Wahlfreiheit voraus. Bestimmt Gott alles im voraus, so ist er auch für das Aufkommen der Sünde, für Satans Existenz verantwortlich. Nun aber handelt Gott nicht gegen sich selbst.

Einwände :
1. Der Mensch hat seine ursprüngliche Freiheit verloren, er hat sie Satan verkauft. Er ist der Sklave der Sünde und folglich nicht frei, auf das Evanglium einzugehen, es sei denn, dass Gott durch den heiligen Geist in ihm wirke, um ihm das Vermögen zu schenken, positiv darauf zu reagieren. Seine natürliche Neigung bringt ihn dazu, Gott und das Evangelium abzulehnen.

2. Die Bibel lehrt Gottes Oberherrschaft, aber sie gibt auch Befehle. Keiner hat je Gottes Souveränität besser verstanden als Jesus. Nun aber besteht sein ganzes Wirken darin, die Menschen zum Glauben an ihn aufzufordern, um dadurch in Gottes Reich Eintritt zu bekommen. Die Bibel ist voll von Aufrufen zur eigenen Wahl, zum Vertrauen auf das, was Gott sagt und tut :
Himmel und Erde sind meine Zeugen : ich habe euch heute Segen und Fluch, Leben und Tod vor Augen gestellt. Wählt das Leben, damit ihr am Leben bleibt. (Deuteronomium 30.19)
Nimm Jesus als deinen Herrn an und vertraue ihm, dann wirst du gerettet und deine Angehörigen mit dir ! (Apostelgeschichte 16.31)

Es muss also möglich sein, für Gott zu wählen, obwohl die Sünde in die entgegengesetzte Richtung drängt.

Einschränkungen der Oberherrschaft Gottes ?

Schon mehrmals wurde uns klar, dass Gottes Oberherrschaft gegen die Freiheit, d. h. die Verantwortung des Menschen stösst. Und in rationaler Hinsicht sind beide tatsächlich unvereinbar : ist Gottes Oberherrschaft voll und ganz, so ist die Freiheit des Meschen nichts. Umgekehrt : jedes Mass an Freiheit des Menschen verringert entsprechend Gottes Oberherrschaft. Zudem gibt es ausser diesen beiden Werten noch andere Faktoren, die Gottes Souveränität einzuschränken scheinen :

Das Übel, das empörendste Ärgernis in der Schöpfung

Und die grosse Überraschung besteht darin, dass die Bibel das Verhältnis zwischen Übel und Oberherrschaft Gottes nicht erklärt. Sie besagt, dass Gott Übel weder tut noch gutheisst (Habakuk 1.13 ; Jakobus 1.13). Einerseits lässt er es vorläufig zu, andererseits schränkt er es ein (Hiob 1.12-2.7), aber er urteilt es entweder sofort ab (Herodes in Apostelgeschichte 12.19-23) oder am Ende der Geschichte (Offenbarung 20.11-15). Seine Allmacht und seine Weisheit sind so gross, dass er das Übel sogar zum Wohl seiner Kinder (Joseph in Genesis 50.20) oder als Beitrag zur Ausführung seines Plans benutzen kann (Römer 8.28-29).
Übel kann also nur in begrenzter Zeit und in engem Mass wirken ; es hat keine andere Zukunft als ein durchgreifendes und vollständiges Gericht. Es macht damit keine wirklich wirksame Einschränkung der Oberherrschaft Gottes aus.

Evangelisation

Wenn die irdische Laufbahn eines Menschen seit der vergangenen Ewigkeit schon souverän festgelegt wurde, was kann dann das Wirken eines Evangelisten daran ändern, wozu sollte man evangelisieren ? Diese Tatsache könnte zur Bitterkeit oder zur Passivität und zur Verantwortungslosigkeit verleiten. Aber was wir bisher betrachtet haben, hat uns schon gezeigt, dass sich Gottes Oberherrschaft und die Verantwortung des Menschen eigentlich nicht gegenseitig ausschliessen.
Man kann z. B. folgende Feststellung machen : innerhalb des kurzen Abschnitts von Matthäus 11.25-30 behauptet Jesus Gottes unbedingte Souveränität und zugleich ruft er die Sünder auf, zu ihm zu kommen, um gerrettet zu werden. In Epheser 1 schildert Paulus in ergreifender Weise die Oberherrschaft Gottes, aber es erscheint ihm ganz selbstverständlich, dass ein Mensch ein diametral entgegengestztes Schicksal erleben wird, je nach der von ihm gewählten Lebensorientierung :  wenn wir standhaft bleiben… wenn wir ihn verleugnen (2 Timotheus 2.11-13). Für Paulus sind beide unversöhnbaren Sachen durchaus gleichzeitig möglich.

Das Gebet, ein mit der Evangelisation und der Verwandlung der Umstände eng verbundenes Verhalten

Johannes behauptet mit voliger Gewissheit, dass ein recht verfasstes, d.h. Gottes Willen gemässes Gebet Veränderungen auslöst. In Römer 8.31-32 stützt sich Paulus sogar auf Gottes Souveränität, um das Selbe zu behaupten. Vor etwa 30 Jahren haben Christen eine 10-jährige Gebetsaktion eingeleitet, um den Kommunismus niederzuwerfen. 8 Jahre darauf ist er zusammengebrochen. In seiner Fürbitte für seine jüdischen Brüder in Römer 9.1-5 denkt Paulus keineswegs, dass das Gescick der Juden unwiderruflich festliegt. Gottes unbedingte Oberherrschaft ist für ihn sogar Grund, um mit voller Zuversicht eine Umkehrung der Lage der Juden zu erbitten.

3. Ein möglicher Ausgleich

Unüberwindlicher Widerspruch oder Vereinbarkeit ?

Einerseits, in logischer, rationaler Hinsicht, hat man es hier mit einem unüberwindlichen Widerspruch zu tun. Ist Gott souverän, so kann es keine Freiheit, keine Verantwortung des Menschen geben und umgekehrt. Andererseits betrachtet es die biblische Offenbarung als selbstverständlich, dass beide im Leben eines Christen vereinbar und sogar einander unentbehrlich sind, wenn dieser Christ von der göttlichen Inspiration der Bibel überzeugt ist und Gott gehorsam vertraut.

Ein Kennzeichen der göttlichen Inspiration ?

Mit der göttlichen Inspiration geht es doch gleichermassen. Sie übertrifft die menschliche Logik und macht aus dem, was etliche als unerträgliche Spannung ansehen, eine Quelle des Friedens, der Sicherheit und des geistlichen Wachstums.
So scheint es vielen Religionen und sogar gewissen christlichen Kreisen unvorstellbar, etwas als von Gott stammend darzustellen, was mit der menschlichen Logik oder Vernunft nicht übereinstimmen würde. Damit behauptet man eigentlich, dass Gottes Denkweise einen menschlichen Gedankengang nicht übertreffen könnte, dass Gott im höchsten Fall ein sehr intelligenter Mensch wäre.

Zwei widersprüchliche Tatsachen in Übereinstimmung bringen ?

Wie können also diese beiden entgegengestzten Tatsachen vereinbart werden ? Man muss schon gestehen, dass es sich hier um eines der grössten Geheimnisse der Schöpfung handelt. Kurz einige Klarstellungen :

Mögliche Vereinbarung in der Alltagserfahrung

Wie schon angedeutet, kann in der Bibel etwas dem logisch Denkenden vor den Kopf stossen und im Alltag dennoch ganz gut ausgelebt werden, wenn man Gott vertraut und anhängt. Der Ausgleich geschieht im praktisch Erlebten und in dieser geistlichen Beziehung.

Das « Ja » zu Gott ist ein Geschenk Gottes

Eine Behauptung wie Philipper 2.13 (Ihr könnt es, denn Gott gibt euch nicht nur den guten Willen, sondern er arbeitet an euch, damit seine Gnade bei euch ihr Ziel erreicht) lässt ahnen, dass selbt das « Ja » des Menschen zu Gott auch ein Geschenk des souveränen Gottes ist. Es gibt wohl Leute, die meinen, es sei ein Verdienst des Menschen, Gottes Heil anzunehmen, da dieses Heil ja von dieser Annahme abhängt. Der Mensch kann aber keinen Verdienst beanspruchen. Gottes geschenktes Heil vertrauensvoll zu empfangen, kann nur in einer demütigen und dankbaren Haltung geschehen, ohne an einen Verdienst zu denken. Dann hat das nichts mit einer Anstrengung zu tun, die auf die Erlangung des Heils zielen würde.

Gottes Liebe zu seinen Kindern

Noch wichtiger ist ein anderer schon gestreifter Aspekt. Wir haben gesehen, dass eine der vielen Seiten der Oberherrschaft Gottes seine treue Liebe zu seinen Kindern ist. Er wird mir immer nur Gutes tun und was er von mir verlangt, ist auch schon durch seine Weisheit und seine Liebe geprüft worden.

Vertrauen und Gehorsam

Die beste Art, auf das zu reagieren, was Gott mir sagt oder verlangt, ist also Vertrauen und Liebe, die meinen Willen mit seinem in Einklang bringen, die beide im Gebet übereinstimmen lassen. So wird sich meine Freiheit nie Gottes Oberherrschaft widersetzen, sondern ich werde frei entscheiden, im Einvernehmen mit seinem Willen zu leben. Wenn ich Gottes Sohn mich von der unbegründeten Furcht, von den unberechtigten Bindungen, von der Sorge um mich selbst befreien lasse, so werde ich tatsächlich frei sein und beide Willen arbeiten dann im gleichen Leitgedanken zusammen.

J.J.S.

 

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