Ist das Kreuz der Christi ein Wahnsinn oder eine Weisheit ?

1 Corinther 1.18-31

Korinth und die Entstehung der Kirche

Korinth, eine Stadt in vollem Wachstum

Eine moderne Handelsstadt mit über 500.000 Einwohnern. Nach ihrer Zerstörung hat sie Julius Cäsar 146 v. Chr. wieder aufgebaut.
73 km von Athen entfernt, zwei Häfen für den Seehandel am Eingang einer Landenge. Dies ist ein schmaler Landstreifen, 6,5 km lang zwischen dem Peloponnes im Süden und dem griechischen Festland im Norden.
Die Seeleute wollen eine 400 km lange Strecke um Südgriechenland herum vermeiden. So schleppten die die Schiffe auf einem Steinweg über diese Landenge.

Der Korinther Kanal

Kreuz, Wahnsinn, Weisheit

der Korinther Kanal

 

Im späten 19. Jahrhundert wurde ein Kanal gegraben. Aber für die heutigen großen Schiffe ist er zu eng. Darüber machen sich die Athener heute lustig und nennen ihn „die Gosse“.

 

 

Die isthmischen Spiele

Isthmische Spiele fanden alle zwei Jahre in der Nähe von Korinth statt. Sport wie die Olympischen Spiele heutzutage, aber auch Rede- und Rhetorikwettbewerbe. Es ist die Kunst, durch Sprache zu überzeugen.

Die Stadt ist berühmt für ihre Redner und ihre Literatur. Stil ist dabei wichtiger als Inhalt. Manchmal nur eine große Leere unter schöner Wortbekleidung.

Handel, Wohlstand und…. Unmoral.

Ein paar große Vermögen neben dem Elend der größten Menge
Ein hektisches Treiben in den Tempeln, den Bädern, auf der Agora (Marktplatz) und in den Theatern.
Eine sprichwörtliche Unmoral. „korinthisieren » bedeutet, sich allerhand Ausschweifungen hingeben.
12 Tempel verschiedener Gottheiten gibt es da. Der berühmteste darunter ist der Tempel der Aphrodite mit mehr als 1000 heiligen Prostituierten.
Philosophische Schulen (Plato, Aristoteles, Stoiker) und Mysterienreligionen (mit Geheimnissen und Einweihung) ziehen einen großen Kundenkreis an.
Aber auch eine Synagoge mit einer blühenden jüdischen Gemeinde.

Paulus‘ Predigt in der Apostelgeschichte

In der Synagoge, unter den Juden, beginnt Paulus zu predigen. Das wird im Kapitel 18 erzählt. Er verkündet Jesus, den Messias…. (Apg 18,1)….. bis der jüdische Widerstand ihn zwingt, sich an die Heiden zu wenden. (Apostelgeschichte 18.4-7)
Anderthalb Jahre bleibt er dort. « Viele, die Paulus zuhörten, kamen zum Glauben und baten um die Taufe“ (Apg. 18,8).
Eine Vision bestätigt Paulus in seinem Auftrag : „In dieser Stadt habe ich eine große Gemeinde “ (Apg. 18,9)
Juden und Griechen bekehren sich. Die Kirche beginnt zu wachsen.

Was veranlasst jemand, sich zum christlichen Glauben zu kehren?

Was ist das Ausschlaggebende, das jemanden zu einem ersten Schritt zum christlichen Glauben bringt? Es ist noch nicht die Bekehrung – Bekehrung ist das Werk des Heiligen Geistes durch die Worte der Predigt….

Von welchem Hintergrund her?

Paulus hat ihn gut charakterisiert: sowohl für die Juden als auch für die Griechen.

Die Juden verlangen Wunder, Griechen suchen Erkenntnis.… Philosophie (1. Korinther 1:22)

Ein bekannter Hintergrund

Man braucht immer einen Hintergrund, einen bekannten, vertrauten Stützpunkt, bevor man sich auf das Unbekannte einlässt.

Für den Juden ist der Hintergrund das Alte Testament, der Bund mit Gott, die Erwartung des Messias. Doch viele haben nichts verstanden und den Messias abgelehnt, gekreuzigt. Er war nämlich nicht so, wie sie ihn sich vorstellten.

Für die Griechen, ein heidnischer Hintergrund

Viele Götter, einer spinniger und unmoralischer als der andere. Die Mythologie entspricht nicht mehr den Wünschen vieler Korinther. Die jüdische Religion und ihre moralische Strenge lockt einige an.

Die Suche nach Weisheit.

Für die Griechen ist es ein geistliches Vorgehen, von Meistern der Weisheit geleitet. Das Ziel: nicht leiden und für die Eingeweihten, die „Vollkommenen“, eine gesegnete Unsterblichkeit erlangen.
Verachtung für Demut ; die sieht man als Schwäche, als mangelnde Würde an.

Wie können wir einen ersten Schritt in Richtung Christus machen?

Wie bringt man einen Griechen dazu, einen ersten Schritt in Richtung Christus, des christlichen Glaubens zu gehen. Er scheint so weit weg davon… Auf welchen vertrauten Ausgangspunkt kann er sich stützen?

„Rückkehr“ zum antiken Griechenland

 

Kreuz, Wahnsinn, Weisheit

das Theater von Delphi

 

Der Besuch mehrerer altgriechischer Theater, insbesondere des Theaters von Delphi, hilft uns da weiter

Das griechische Theater, ein für alle zugängliches Modell

In Griechenland steht das Theater allen offen. Dahin kommt die gesamte Bevölkerung, sogar die Sklaven. Es ist eine politische Einrichtung. Die fast obligatorische Anwesenheit dient als Propaganda. Die aufgeführten Stücke stellen Verhaltensmodelle dar, zum Nachahmen… oder zum Vermeiden

Der griechische Held: Übertretung und Bestrafung

Vom Schicksal getrieben, überschreitet der Held manchmal die Regel, die vorgeschriebene Grenze.

Antigone ist die in Blutschande gezeugte Tochter des Ödipus und der Jokaste. Ödipus hat seinen Vater ermordet und unwissentlich seine Mutter Jokaste geheiratet. Seine beiden Brüder, die in entgegengesetzten Lagern kämpften, sterben einer durch die Hand des anderen. Kreon ist der König von Theben und der Vertreter des Gesetzes und der goldenen Mitte. Er verordnet eine feierliche Bestattung des einen und verbietet, dass man den anderen begräbt.

Die Hubris, ein gewalttätiger Wahnsinn, anders gesagt „ein Impuls aus dem Herzen“ drängt ihn, seine Stellung zu überwinden. Es bricht das Gleichgewicht, indem es über das göttliche oder menschliche Gesetz hinausgeht. So setzt er sich den Strafen des Himmels oder der Staatsgewalt aus. Antigone verweigert es, sich zu unterwerfen.

Fataler Fehler/Sünde…. Strafe/Reinigung

Der Auslöser wird durch den fatalen Fehler, die Hamartia, getätigt. Im Vokabular des NT ist es die Sünde. Antigone trotzt Kreons Befehlen und bestattet ihren Bruder.
Der Held macht dann den fatalen Fehler, der ihn ins Unglück stürzt. Das ist wie ein Blitzschlag. Es ist die erste Handvoll Erde, die Antigone auf die Leiche ihres Bruders wirft.

 

Da greift die Macht unerbittlich ein, um die Gerechtigkeit zu verfechten. Ihrer Strafe kann der Held nicht mehr entkommen. Das ist die Nemesis.

Wegen ihres Ungehorsams verurteilt Kreon Antigone,  lebendig begraben zu werden.

Aber diese Strafe ist auch das Mittel zu seiner Reinigung, zur Katharsis.

In der Tragödie des Sophokles steht Kreon auf der Seite der Grenze, des Gesetzes. Antigone verwirft die durch die Gesetze der Stadt festgelegten Grenzen. Das tut sie im Namen anderer ungeschriebener Grenzen. Sie geht bis zur Selbsthingabe. Und wenn sie etwas übertritt, so ist es nicht zu eigenen Gunsten.

Der griechische Held und Christus: sind Annäherungen möglich?

Ein Grieche aus der Zeit des Paulus mag Sophokles‘ Antigone mehrmals gesehen haben. Dieses Stück inszeniert obiges Lebenskonzept. Er erfährt auch etwas vom Leben Christi. Und er fragt sich, ob es irgendwelche möglichen Verbindungen gibt.
Eins fällt ihm auf: wie der griechische Held wagte Jesus, das Sabbatgesetz zu übertreten. Damit scheint Jesus die erlaubten Grenzen zu überschreiten, als er die Pharisäer schockiert.

Zuwiderhandelnde Macht des Wortes

Auch Paulus betont eine gewisse transgressive Macht des Wortes. Gottes Wort schert sich nämlich nicht darum, die menschliche Weisheit zu beachten. Sie zögert nicht, ihr die Torheit des Kreuzes entgegenzuhalten : das ist der einzige Weg der Erlösung. Das ist die echte Weisheit Gottes (1. Korinther 2,3).

Die Aufmerksamkeit der Gleichgültigen wecken

Auch heute fehlt es nicht an Mitteln, um die Aufmerksamkeit der Gleichgültigen auf sich zu richten. Ein Film, ein Sänger, ein freundliches, herzliches Gemeinschaftsessen, eine Diskussion über ein aktuelles Thema…. ein geleisteter Dienst.

Dieser erste Kontakt reicht jedoch nicht aus.

Wie wird der Interessierte zum Bekehrten, zum Jünger des Herrn?

Durch die Verkündigung des Wortes.

Durch die Botschaft des Kreuzes, die er in der Bibel liest oder in einer Predigt hört

Man muss das Wort in seinem Leben hören, verstehen und annehmen. So kann man zu einer Bekehrung, einer Wiedergeburt, einem Beginn im christlichen Lebens kommen.

Aber sie können sich nur zu ihm bekehren, wenn sie ihm vertrauen. Und sie können ihm nur vertrauen, wenn sie die rettende Botschaft gehört haben. Dazu muss ihnen die Botschaft vorher verkündet worden sein.  Römer 10:14

In Korinth verkündet Paulus Gottes Wort…. Er bezeugt, dass Jesus der Messias ist. (Apostelgeschichte 18:5)…. Viele Korinther, die Paulus hören, glauben und lassen sich taufen (Apostelgeschichte 18:8).

In Korinth entsteht die Kirche. Durch die Kraft Gottes, nicht durch menschliche Weisheit

Eine Kirche voller Gaben im Wort und Wissen….

Aber eine geteilte Kirche

Alte Gewohnheiten verschwinden schwer. Die christliche Gemeinschaft hat nicht mit den Modetrends in der Stadt gebrochen. Die verschiedenen philosophischen Schulen konkurrieren und die Wortgefechte werden manchmal heftig.

So auch in der Kirche von Korinth: « Ich bin für Paulus, …. Ich ziehe Petrus vor….. Apollos ist der beste, die anderen existieren nicht neben ihm….
Oder „in dieser Kirche gibt es den Heiligen Geist nicht“ ; „in jener geht alles durcheinander“.

Spaltungen und Kämpfe um die Macht

Es ist nicht nur der Ausdruck einer Vorliebe für eine bestimmte Konfession, die uns besser passt. Es ist ein Auseinanderreißen, das Auftreten von entgegengesetzten Gruppen, die um die Macht kämpfen. Wie bei gewissen Wahlkämpfen….

Konzentration auf das Wesentliche

Es ist Zeit zu handeln. Paul stellt die Dinge richtig.

Ist vielleicht Paulus für euch am Kreuz gestorben ?  (1 Korinther 1:13).
Ich hatte mir vorgenommen, euch nichts anderes zu bringen als Jesus Christus und zwar Jesus Christus, den Gekreuzigten.  (1. Korinther 2;2).

Das Kreuz, ein Wahnsinn

Für die, die verloren gehen, muss die Botschaft vom Kreuzestod als barer Unsinn erscheinen.  (1. Korinther 1:18)

Ein Wahnsinn…. für die, die verloren gehen.

Ein mächtiger Gott, der sich in die Schwäche des Kreuzes herabbeugt ! Das ist ein Skandal für die Juden, ein Unsinn für die Heiden (1 Corinther 1:25).

Für Juden ist ein demütiger und unbekannter Messias Unsinn.
Ein Messias, der am Kreuz stirbt, ist ein skandalöser Fluch (Deuteronomium 21:33). Der Messias, den sie erwarten, ist ein mächtiger Krieger. Er wird Israel befreien, die Welt beherrschen und für immer leben.

Und die Griechen ? Die hatten die Idee eines höchsten Gottes, der über allem herrscht. Wie viele Menschen heute.
Dieser Gott war eine Art unveränderlicher und unbeweglicher Block. Sollte aber dieser mächtige Gott handeln, auf Erden eingreifen, selbst Mensch werden und sich schließlich sogar von Menschen töten lassen ? Das hätte keinen Sinn.
Die Auferstehung Christi, den Athenern erzählt, ist eine Dummheit, die sie zum Lachen bringt (Apg. 17,32).

Damit man eine religiöse Lehre gut aufnimmt, muss sie von vielen Menschen akzeptiert werden und schon alt sein. Nun aber ist der christliche Glaube eine Neuheit….
Außerdem nehmen Christen nicht am gesellschaftlichen Leben teil. Sie machen keine Trankopfer (Geschenke) für Götter. Sie treffen sich abseits, unter sich. Das ist verdächtig…. Und dieser Verdacht führt zu Verachtung, Hass und Abscheu.

Tacitus, ein lateinischer Historiker, schreibt über den Brand in Rom: Christen werden „für ihre Gräuel gehasst“ und „für schuldig befunden, weniger wegen des Verbrechens des Brands als wegen ihres Hasses auf die Menschheit“ (Annalen XV 44.3-4).

Das Christentum, eine schwer zu akzeptierende Neuerung.

Der Gründer wurde gekreuzigt. Also ist er ein Verbrecher der schlimmsten Art. Und außerdem sind fast alle Christen ein Abschaum der Gesellschaft, Mittellose, Sklaven. Keine Weise, die die Lehre der Philosophen befolgen…..

Wunderbare Zeichen, Weisheit der Welt?

Die Juden fordern Wunder,…. die Griechen suchen nach „Weisheit“ 1,22

Zu Jesu Zeiten fordern die Juden wundersame Zeichen. Christus verweist sie auf Jonas Zeichen, der drei Tage im Bauch eines Fischs blieb (Mt 12,38-42).

Das Zeichen ist der gekreuzigte Jesus.

Die Griechen auf der Suche nach einem rationalen System.

Es ist sinnlos, dass jemand, der stirbt, der Retter der Welt sein könnte.

Ein Weg, ohne Gott auszukommen

Schließlich sind Wunder und Weisheit dasselbe. Ein Schutz, eine Sicherung gegen Gott. Wir haben eine begrenzte Kenntnis von Gott. Und wir benutzen diese als Kriterium für unsere menschliche Logik gegen ihn.
Kultur, „Werte“, Riten, Vernunft, Wunder: das alles kann zu einem Mittel werden, um ohne Gott auszukommen. Oder damit nimmt man ihn in seinen Dienst. Laut Karl Barth, einem protestantischen Theologen, ist Religion sogar « das effizienteste Werkzeug, das die Menschen erfunden haben, um Gott loszuwerden ».

Oder ein Weg, ohne Christus auszukommen.

Der Mensch möchte Gott durch seine Verdienste, durch das Einhalten des Gesetzes, durch die religiöse Praxis erreichen. So hofft man dem Bösen, dem Leiden, dem Tod (durch Erlösung) zu entkommen. Und so braucht man sich nicht an den gekreuzigten Christus zu wenden.

Die falsche Weisheit der Welt, ein Wahnsinn, der nicht in der Lage ist, die Weisheit Gottes zu erkennen.

Denn obwohl Gottes Weisheit sich in der ganzen Schöpfung zeigt, haben die Menschen mit ihrer eigenen Weisheit Gott nicht erkannt. (1. Korinther 1:21).

Diese Weisheit der Welt wird benutzt, um sich von Gott abzuwenden.

Die natürliche Kenntnis, die man von Gott haben kann, ist verschroben und verfremdet (Römer 1:18-19).

Anstatt Gott anzubeten, wandten sie sich den Götzen zu  (Römer 1:21-23).
Indem sie Gott so auf die Ebene des Geschöpfes herabwürdigen, stellen sie sich vor, ihn zu zähmen und in ihren Dienst zu stellen. Und sie bilden sich sogar ein, klug zu sein…. Aber in Wirklichkeit wurden sie zu Narren.  (Römer 1:22).

Eine vorübergehende Weisheit

Wo bleiben die Weisen? Wo die Kenner der heiligen Schrift? Wo die gewandten Diskussionsredner?  (1 Korinther 1,19-20)

Sie sind in Vergessenheit versunken. Und mit ihnen ihre irreführende Argumentation, die sie von der echten Erkenntnis Gottes abgelenkt hat. Niemand spricht mehr davon.
Aber die Kirche von Korinth mit ihren wenigen Reichen und den vielen Armen? Sie empfingen das Wort, die echte Erkenntnis Gottes durch das Kreuz Christi. Trotz ihrer Mängel spricht die Bibel weiterhin von der Kirche in Korinth.

Eine Weisheit, in sich geschlossen, für das Unerwartete, für Gottes Offenbarung nicht offen, das ist doch reiner Wahnsinn !

Dies kann für die gegenwärtige Wissenschaft und Philosophie gelten. Für manche Wissenschaftler gibt es keinen Platz für Gott. Ihr Weltbild ist in sich geschlossen.
Die in sich geschlossene menschliche Weisheit ist unfähig, das Geringste über Gott zu verstehen.
Öffnen wir uns also dem Wort und dem Geist Gottes!

Eine auf sich selbst zentrierte Weisheit

Weisheit ist heute persönliche Entwicklung……ll eine Suche nach Frieden und Sicherheit, die uns zur persönlichen Erfüllung und zum Glück führen soll (laut einem christlichen Philosophen ; die gibt es doch noch!).

Die Menschen sind bereit, einen Gott anzunehmen, solange er sich nicht zu sehr in ihre Geschäfte einmischt, außer wenn sie ihn brauchen. Solange er mit ihren Berechnungen und Prognosen übereinstimmt.

Das Kreuz, eine Macht

Wir aber, die gerettet werden, erfahren darin Gottes Macht  (1. Korinther 1:18).

Wahre Weisheit,  wie Gott sie versteht

Gottes Weisheit „kommt nicht aus der Beobachtung dessen, was am häufigsten geschieht, sondern aus einem einzigartigen und für die Weisheit der Welt unvorstellbaren Ereignis: der Menschwerdung des Wortes, Jesu Christi“ (Karl Barth). Christus ist die wahre Weisheit Gottes.

Eine zuerst geheimnisvolle und verborgene Weisheit

Vielmehr bringe ich Gottes geheimnisvolle Weisheit. Bevor Gott die Welt schuf, fasste er den Plan, uns an seiner Herrlichkeit Anteil zu geben. Aber er hielt diesen Plan verborgen. (1. Korinther 2:7)

Das griechische Wort „musterion“ geben einige Übersetzungen als Mysterium, Geheimnis wieder. Es bezieht sich nicht auf etwas Geheimes, sondern auf etwas, das nunmehr klar offenbart wird. Das könnte man mit einem Puzzle beschreiben, wenn alle Teile zusammengebracht sind und das Bild sichtbar ist.
Eine bessere Übersetzung wäre „Strategie » oder « Plan“.
In seiner Weisheit hat Gott alle Stücke des Puzzles des Lebens zusammengefügt und ihnen einen Sinn gegeben. Das letzte Stück ist das Kommen Jesu Christi. Sein Tod und seine Auferstehung für das Heil des Menschen ist das letzte Stück in Gottes Plan. Damit vergibt ihm Gott seine Vergangenheit und schenkt ihm eine neue Gegenwart und eine neue Zukunft.

Eine vom Geist offenbarte Weisheit

Nun hat Gott sie uns durch Seinen Geist offenbart  (Vers 10).

Sie tritt in Erscheinung in der Liebe, in einer gerechten Beziehung zu Gott und zu anderen.
Seit Jesus Christus gekommen ist, zählt nicht mehr, ob einer beschnitten ist oder nicht, ob er Jude oder Heide ist. Es zählt nur noch das Vertrauen, das sich in tätiger Liebe auswirkt. ((Galater 5,6)

Das Kreuz, eine echte Weisheit, eine verwandelnde Macht

Ist es tatsächlich verrückt, sein Leben aus Liebe dahinzugeben?
Ist die Auferstehung Christi wirklich ein Unsinn? Nein, sie ist die Quelle des Lebens, die den Gläubigen vom Tod zum Leben übergehen lässt.
Ein Mensch, der nur über seine natürlichen Fähigkeiten verfügt, lehnt ab, was der Geist Gottes enthüllt. Es kommt ihm unsinnig vor. Er kann nichts damit anfangen.
(1. Korinther 2:14)

Es ist also kein Wahnsinn, sondern echte Weisheit, die Weisheit, die die Macht hat, eine Existenz zu verwandeln.
Wenn sich einer von euch nach den Maßstäben dieser Welt für weise hält, dann muss er erst einaml sein ganzes Wissen aufgeben, um wirklich weise zu werden!  (3,18)

Seine Vorurteile überwinden, das Wort des Kreuzes sein Leben richten und verwandeln lassen. Das ist die Erfahrung vieler Korinther der schlimmsten Art : Verdorbene, Götzendiener, Ehebrecher…. Trunkenbolde, Verleumder, Unehrliche… « Das gab es früher unter euch. Aber jetzt seid ihr reingewaschen, ihr seid Gottes heiliges Volk geworden und könnt vor seinem Urteil bestehen. Denn ihr seid mit Jesus Christus, dem Herrn, verbunden und habt den Geist unseres Gottes erhalten. » ( 1. Korinther 6,11-12)

In Gottes Augen ist Weisheit keine rein intellektuelle, theoretische Angelegenheit, die vom wahren Leben abgeschnitten ist. Es ist seine Macht, die eine verwandelnde Durchschlagskraft auf das Leben besitzt. Sie gibt die Mittel, um das Leben in den Dienst Gottes und anderer zu stellen.

C.S.