Die Schöpfung in 1. Mose (Kapitel 1 und 2)

Es besteht ein Abstand zwischen der Erzählung von 1. Mose und der modernen wissenschaftlichen Gesinnung : 1. Mose 1-11 ist kein wissenschaftliches Schriftstück, sondern ein vor-wissenschaftliches. Die Reihenfolge der Schöpfung wird vom Gesichtspunkt eines irdischen Beobachters aus geschildert, so wie sie die fünf Sinne erfassen.

Das hebräische Volk und die Weltanschauungen der anderen Völker

Das 1. Buch Moses wurde zwischen dem Auszug aus Ägypten und dem Einzug in das verheißene Land verfasst und dem hebräischen Volk übergeben, um es gegen die Furcht vor der politischen Macht und den Göttern Ägyptens und Kanaans zu stärken.

Gott hat versprochen, sein in Ägypten versklavtes Volk zu befreien : die heidnischen Götter werden in ihre Schranken gewiesen, zurück unter die Geschöpfe eingereiht : Sonne und Mond werden nicht einmal genannt (1.Mose 1.16).

Gottes Macht übertrifft die der Pharaone und der Götter. Unter den 10 Plagen trifft die 9. Ra, den Sonnengott (2. Mose 10.21-22) und die 10. den als Gott verehrten Pharao (2. Mose 12.29).

Diese mächtigen heidnischen Götter sind weiter nichts als von Gott geschaffene Lichter. Warum sollte man sie fürchten ?

Die Schöpfungsgeschichte, so wie sie von Israel soll verstanden werden

Die gute Schöpfung wurde vom absolut guten und allmächtigen Gott geschaffen.

Gott allein ist Schöpfer

Die Schöpfung hat Gott allein, aus nichts, (ex nihilo) gemacht: 1. Mose 1.1, Hebräer 11.3. Es gibt keine ewige Materie, auch keinen Dualismus, wie in den anderen Weltanschauungen, keine andere Existenzform, keine Macht, die sich Gott widersetzen und sich seiner Kontrolle entziehen könnte. Die Schöpfung ist eine freie, von Gott beschlossene Handlung ; nur so kann Gott der Herr sein (Apostelgeschichte 17.24-25).

Gott ist transzendent (erhaben über, gehört nicht zur Schöpfung verschieden) und immanent (in der Schöpfung gegenwärtig)

« Ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in allen ist » (Epheser 4.6) Er ist auch ein immanenter Gott, von dem alles abhängt : « Alles besteht durch ihn » (Kolosser 1.17). « In ihm leben und weben und sind wir » (Apostelgeschichte 17.28).

Schöpfung durch die drei Personen der Dreieinigkeit

  • Gott Vater in 1. Mose 1.1, Psalm 33.6-7
  • Gott Geist in 1. Mose 1.2
  • Gott Sohn im Neuen Testament ; Johannes 1.3, Kolosser 1.16.

Die Mehrzahl spiegelt Gottes dreieiniges Wesen wider : « Lasst uns Menschen machen in unserem Bild ! » (1. Mose 1.26).

Die Schöpfung der Menschheit hängt mit dem Geist zusammen (1. Mose 1.2)

« Der Mensch ist geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses » (1. Mose 3.22)

Der Sohn in der Schöpfung (Hebräer 1-2-3)

Hebräer 1.2b schreibt dem Sohn die Schöpfung der Welt zu (Johannes 1.3 ; Kolosser 1.16).

Hebräer 1.3a bezeichnet ihn als Bild und Ausstrahlung der Herrlichkeit Gottes, als Offenbarung der Herrlichkeit des Schöpfers (1. Mose 1.2b)

Rolle des Sohns in der Schöpfung

Er ist im Heiligen Geist gegenwärtig (1. Mose 1.2). Er hat die Menschheit in seinem eigenen Bild als Sohn geschaffen. Er ist auch in der Wieder-Schöpfung, in der neuen Schöpfung gegenwärtig (Johannes 20.22, 1. Korinther 15.48).

Der Heilige Geist in der Schöpfung

Am Anfang greift der Heilige Geist in der Erschaffung der sichtbaren und der unsichtbaren Dinge ein (1. Mose 1.2a). « Gottes Geist schwebte über den Wassern » (1. Mose 1.2b).

Schöpfung durch die Herrlichkeit und zur Verherrlichung Gottes

Die Schöpfung ist theozentrisch gestaltet (auf Gott ausgerichtet) : « deines Willens wegen waren alle Dinge und sind sie erschaffen worden » (Offenbarung 4.11)

Eine herrliche Theophanie

Im dem den Menschen unsichtbaren Reich können die Propheten Gott auf übernatürliche Weise erblicken. Er ist wie in einer Wolke mit Herrlichkeit umgeben (Hesekiel 1.4, 28). Mitten in einer Menge himmlischer geflügelter Wesen bewegt er sich gleichzeitig mit einem Thronwagen aus Rädern (Hesekiel 1. 15-17 in 11-22), der vom Heiligen Geist belebt und angetrieben wird.

Gott offenbart seine Gegenwart als herrlicher König  (Hesekiel 1.26-27). In diesem Reich wird der Menschensohn des Alten Testaments (Daniel 7.12-14), der verherrlichte Christus der Himmelfahrt eine ewige Allmacht im Licht des Feuers und der Sonne (Psalm 104.2) erhalten, wie ein glänzender Regenbogen (Hesekiel 1.28). Er wird Gottes Gericht ausführen (Daniel 7.10, Jeremia 1.9-10, Offenbarung 4.4ss)

Fortsetzung folgt

Theo