Die Grundlage der Monotheismus

CREDO IN DEUM / ICH GLAUBE AN GOTT

Monotheismus ist der Glaube an einen einzigen Gott

Atheismus besteht heute darin, die Existenz des biblischen Gotts zu verwerfen. Im griechisch-römischen Altertum war man Atheist, wenn man sich weigerte, die nationalen Götter zu verehren.

Für diese Zeit bedeutete also der Begriff eines persönlichen Gotts, der das Weltall schuf und weiterhin darauf achtet (Psalm 104.24-30), eine kulturelle Revolution.

PATREM OMNIPOTENTEM / DEN ALLMÄCHTIGEN VATER

Vor allem wird Gott zugleich als Vater, als Ursprung des Lebens – was eine persönliche Beziehung voraussetzt – und als Allmächtiger aufgefasst.

Die Vaterschaft Gottes war ein Trennungspunkt zwischen Christen und Juden. Letztere warfen Jesus vor, Gott seinen Vater zu nennen (Johannes 5.18). Gottes Allmacht war jedoch ein offensichtlicher Beweis für die Überlegenheit Gottes gegenüber jedweder anderen Gottheit, sowie eine wesentliche Glaubenslehre. Dafür bringt Elias vor den Baalspropheten einen nachdrücklichen Beweis ein (1. Könige 18.20-40)

In heidnischem Umfeld dagegen gehört die göttliche Vaterschaft zum kulturellen und religiösen Erbe. Wie die Menschen haben auch die griechischen und römischen mythologischen Gottheiten Ahnen und Nachfahren. So hat z. B. Jupiter, ein Sohn Saturns, eine vielzählige Nachkommenschaft.

Wenn aber die geistliche Macht unter einer Vielzahl von Göttern verteilt wird, kann es keine Allmacht mehr geben. Daraus ergibt sich notwendigerweise die Vielgötterei mit unvermeidlichem Konflikt zwischen rivalisierenden Göttersippschaften. Man glaubt, alle denkbaren Götter einbeziehzn zu müssen, um keinem zu missfallen (der unbekannte Gott in Apostelgeschichte 17) und um gegen alle geschützt zu bleiben, wo man sich auch befinden mag (1. Könige 20.23).

Es wäre bequem gewesen, das Geheimnis des Übels durch einen Konflikt zwischen verfeindeten Gottheiten zu erklären, wie im Dualismus, der die geistliche Welt des Lichts, des Guten, der körperlichen, der materiellen Welt, dem Übel, entgegenstellt.

Der christliche Glaube zieht es aber vor, dem allmächtigen Gott zu vertrauen, der allen anderen untergebenen oder rebellischen und ihm sowieso gefügigen Mächten überlegen ist  (Jesaja 45.23, Philipper 2.10). Dieser allmächtige Gott genügt voll und ganz, um den zu schützen, der ihn anbetet.

In der Frühkirche, die nach der des Neuen Testamens kam, muss jeder, der die Taufe verlangt, sich einem zwei- bis dreijährigen Unterricht unterziehen und seine Treue zum wahren christlichen Glauben nachweisen. Das bezeugt die Didache, die auch « Glaubenslehre des Herrn, wie sie den Völkern von den zwölf Aposteln überliefert wurde » genannt wurde. Es handelt sich um einen sehr alten Katechismus, der auf Christi Unterweisung gründet und desto nützlicher war als damals noch nicht alle Bücher des Neuen Testaments zusammengetragen waren.

Das apostolische Glaubensbekenntnis ist kein Text, den man auswendig wie eine Formel hersagen soll, sondern ein echtes Bekenntnis : man zeigt damit, dass man die wichtigen Punkte der biblischen Wahrheit verstanden hat und dass man gegen das Heidentum und seine ketzerischen Abwege gewarnt wurde.

An Ostern erklärt der Täufling vor der versammelten Gemeinde, dass Gott, der Schöpfer des Weltalls, sein Vater und auch sein Schützer ist und dass keine fremde Macht ihn gegen Gottes Willen zu berühren oder ihm zu schaden vermag

CREATOREM COELI ET TERRAE / SCHÖPFER DES HIMMELS UND DER ERDE

Dies ist keine neue Eigenschaft : in der damaligen Kirche bestritt niemand, dass Gott, der Allmächtige, den Himmel und die Erde geschaffen hat. Sie wirft aber genaueres Licht auf einige Angaben :

Als Gott den Himmel und die Erde schuf, hat er sie durch sein Wort, aus dem Nichts geschaffen. Er hat keine schon bestehende Materie umgestaltet, wie ein Töpfer Gefäße aus Ton anfertigt oder wie ein Maler seine Kunst mit Farben auf einer Leinwand zum Ausdruck bringt. Eine vorherbestehende Materie erfordert eine vorherige Schöpfermacht, also den Dualismus.

Himmel und Erde sind physische Realitäten, aber auch geistliche Sinnbilder: Gottes Wohnung und die sich gegen ihn auflehnende Welt. Es besteht aber Gefahr, den Gegensatz zwischen geistlicher, guter Welt und materieller, schlechter Welt hervorzuheben. Gottes Schöpfermacht zu verbinden schließt folglich aus, dass ein niedrigerer Gott, ein Demiurg, die schlecht erklärte Materie geschaffen hätte (manichäischer oder gnostischer Dualismus).

In einem einzigen Ausdruck « Schöpfer »  und « Himmel und Erde » zu verbinden, veranschaulicht, dass sich das Geistliche und das Materielle, das Sichtbare und das Unsichtbare gegenseitig ergänzen: beide wurden von demselben einzigen Gott geschaffen. Das Geistliche ist nicht notwendigerweise gut und das Materielle nicht zwangsläufig schlecht. Der Konflikt zwischen Gut und Übel spielt sich zuerst im geistlichen Bereich ab, bevor er Folgen auf die materielle Welt nach sich zieht.

Gottes Vollkommenheit kann sich in der Materie offenbaren : die Fleischwerdung des Sohns Gottes ist also vorstellbar

Fortsetzung folgt

C.S.