Pfingsten in de 30iger Jahren

Erster Tag der Woche in Jerusalem in den Jahren 30 unserer Zeitrechnung. Ein feierlicher Tag des Monats Mai, Pfingsten, das Fest der Wochen oder das Erntedankfest. Zum Dank bringt man Gott die ersten Ähren der Getreideernte.

Rückblick auf den Bund mit Gott

Der jüdischen Überlieferung gemäß wird auch an die Offenbarung Gottes zu Mose auf dem Berg Sinai erinnert, sowie an die Einsetzung des Bundes zwischen Gott und Israel und an die Übergabe des Gesetzes.

50 Tage nach Ostern, dem vorigen großen Feiertag.

Ein verwirrendes Osterfest

In diesem Jahr war das Osterfest verwirrend wie noch nie.

Ein gewisser Jesus wurde am Kreuz hingerichtet.

Am vorigen Freitag wurde ein gewisser Jesus, ein Zimmermann aus Nazareth in Galiläa, vom jüdischen Rat verurteilt. Er hatte sich als Gottes Sohn, in aller Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels daherkommend, ausgegeben. Die Römer haben ihn unter dem Vorwand politischer Aufwiegelei gekreuzigt.

Er ist aber ins Leben zurückgekommen

Das Merkwürdigste dabei ist aber, was dann geschah. Dieser Jesus, so heißt es, sei ins Leben zurückgekommen. Er sei aus seinem Grab gestiegen und habe seine Jünger mehrmals getroffen, um sie zu ermuntern.

In den Himmel zurückgekehrt

Vor etwa zehn Tagen ist er in Gegenwart seiner Freunde auf einer Wolke in den Himmel gestiegen.

 

 

Hunderte von Zeugen

« Ist doch unwahrscheinlich ! », sagen Sie. Aber eine gute Anzahl Leute sind ihm seit seiner Auferstehung mehrmals begegnet. Nicht nur seine Apostel, sondern mindestens 500 andere Personen in der Stadt (1. Korinther 15.6). Er hat seine Freunde sogar zu einem riesigen Picknick am Ufer des Galiläasees empfangen.

Falsche Messiasse, falsche Verheißungen

Noch eine Bemerkung : zu dieser Zeit sind mehrere falsche Messiasse aufgetreten, sie haben verblüffende Versprechungen gemacht und leichtgläubige Leute sind ihnen gefolgt. Dann wurden sie festgenommen und zu Tode gerichtet, und fertig war alles : keine Wunder mehr, keine Mitläufer mehr.

Jünger des auferstandenen Jesus

Von diesem Jesus behaupten seine Jünger, dass er lebendig, von den Toten auferstanden sei. Etwa hundert von ihnen, Männer und Frauen, versammeln sich in einem kleinen Haus unweit des Tempels und unterhalten sich über ihn.

In Mengen zum Tempel zum Fest

Ja, gerade heute beeilen sich die Leute auf den Straßen, in den Gassen. Sie versammeln sich alle zum Pfingstfest in den Höfen um den Tempel.
Nicht nur die Juden aus Israel, sondern auch diejenigen, die aus allen Ländern um das Mittelmeer und noch von weiter herkommen.

Stellen wir uns zwei Personen in dieser Menge vor

Die Apostelgeschichte schildert uns die Haltungen und Reaktionen, die durch die Geschehnisse dieses Tages hervorgerufen wurden. Aber nicht die geringste Einzelheit ermöglicht uns, den einen oder den anderen unter den Gegenwärtigen genauer zu kennen. Um die Erzählung lebendig und aktueller zu machen, fügen wir nun zwei erdachte, aber denkbare Personen hinzu :

Josaphat und Lucius.

Eine ist Josaphat, ein älterer Jude, der ehemalige Rabbiner des jüdischen Gemeinde zu Zyrene in Lybien. Bei sich hat er Lucius, seinen 14jährigen Enkel, den er seit dem Tod seiner Eltern im jüdischen Glauben erzieht. Sie stammen von Juden ab, die 586 vor Christus nach der Zerstörung des Tempels mit Jeremia nach Ägypten verschleppt wurden. Sie wurden also nicht wie die meisten ihrer Landsleute nach Babylon verbannt. Sie haben sich an der lybischen Küste angesiedelt.

Da sind sie nun unmittelbar beim Tempel

Ein sonderbares Rauschen

Lucius schaut zum Himmel empor. Ein Rauschen von Wind, von Sturm, noch schlimmer als das eines lybischen Wüstentornados (Apostelgeschichte 2.2).

Pfingsten, Apostelgeschichte, Heiliger GeistFeuerzungen

Und auf einmal kommen da etwa hundert Leute, Männer und Frauen, hergerannt. Auf dem Kopf eines jeden ist « so etwas wie Feuer, wie kleine Flammen » (Apostelgeschichte 2.3)

Ein erfundenes aber wahrscheinliches Zwiegespräch

– Großvater ! Was soll denn das ?
– Treten wir etwas näher, und sehen wir, worum es da geht !
Horch mal, Lucius, wie komisch ! Diese Leute sind doch Galiläer, aus dem Norden des Landes. Sie sehen wie Bauern oder Fischer aus, anscheinend mit wenig Schulbildung. Und was hören wir da ? Sie verherrlichen Gott in allerhand Fremsprachen, die sie eigentlich nicht können !
– Ja, ich verstehe, was sie sagen ! Es ist Griechisch wie bei uns in Zyrene. In der Synagoge lesen die Rabbiner die heiligen hebräischen Bücher, die einmal von 70 Gelehrten ins Griechische übersetzt wurden. Aber was spricht man gewöhnlich hier in Jerusalem ?
– Aramäisch, denn das ist die Umgangssprache in Israel seit der Rückkehr aus der Verbannung.
– Ja, gewiss, du kannst ja Aramäisch und auch das Hebräische der Synagoge.
– Und auch Latein, das Punische von Karthago und das Lybische von Zyrene.

Wie reagieren die Leute ?

– Pass auf ! Hör mal, wie die Leute um uns reagieren ? Jeder versteht sie in seiner Sprache. Ja, die Jünger Jesus loben Gott in Aramäisch und Griechisch, aber auch in Latein, Punisch und Lybisch. Sie verherrlichen ihn auch in allen Sprachen der Länder, in die sich unser Volk verstreut hat, um das ganze Mittelmeer herum.

Feuer und Wind, ist es ein Wunder ?

– Großvater, dieser gewaltige Wind und diese flammenartigen Zungen, ist das ein Wunder Gottes ?

Ja, eine Offenbarung Gottes

– Ja, Lucius, was wir da sehen, erinnert mich an die Gotteserscheinungen unter den Menschen. Wenn Gott sich offenbart, gibt es immer Feuer und Wind. Sie versinnbildlichen die Herrlichkeit und das Gericht. Erinnere dich an den Propheten Jesaja :

Ja, der Herr zeigt seine rettende Macht an denen, die ihm treu sind ; aber seine Feinde bekommen seinen Zorn zu spüren. Denn der Herr kommt und lässt Feuer auf sie herabfallen : sturmgepeitschte Wolken sind seine Streitwagen, feurige Blitze schleudert er in seinem feurigen Zorn. (Jesaja 66.14b-15)

Der Bund, der Abraham eine Abstammung und ein Land verhieß, wurde in einem Rauchwirbel und mit einer brennenden Fackel abgeschlossen,…die Erscheinung in einem brennenden aber nicht verzehrten Busch vor Mose, dem zukünftigen Leiter des Volks (Exodus 3.2). Das Gesetz wurde dem Volk Israel auf einem lodernden Sinai übergeben (Exodus 19.18). Und Philo von Alexandrien beschreibt folgendermaßen die Offenbrung Gottes auf dem Sinai : wie eine Stimme, mitten in einem vom Himmel herabtriefenden Feuer. Diese Stimme war wie eine Flamme, die zu einem Dialekt wurde.

Warum gerade heute ?

– Ja, genau das geschieht im Augenblick vor uns. Aber warum gerade heute, mit dieser Menge aus allen Ländern der Welt ?

Juden und Heiden aus allen Ländern, die Gott anbeten wollen

– Auch dazu müssen wir noch einmal auf Jesaja hören. Pass gut auf, Lucius !

Die Zeit kommt, da ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie werden alle zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen (Jesaja 66.18).

Unter den Leuten, die sich hier versammelt haben, um Gott anzubeten, gibt es in Israel geborene Juden, aber auch Juden, die wie wir in den Ländern der Diaspora geboren sind. Und auch « gottesfürchtige » Heiden, wie die, die sich unserer Synagoge in Zyrene angeschlossen haben.

Selbst aus den anderen Völkern werde ich Menschen als Priester und Leviten zum Dienst an meinem Heiligtum bestimmen (Jesaja 66.21).

Gott wird es Nichtjuden, sich zu ihm kehrenden Heiden möglich machen, ihn zu verherrlichen, ihn zu lieben und ihm auch zu dienen.

Diskussionen und Reaktionen

Siehst du, jetzt wird es etwas ruhiger. Die Leute beginnen, miteinander zu diskutieren und sich Fragen zu stellen.

Was soll das bedeuten ? (Apostelgeschichte 2.12)

– Schau mal, da drüben lachen sich einige krumm und rufen laut aus : « Die Leute sind doch betrunken ! » (Apostelgeschichte 2.13)
– Bekümmere dich nicht um die ! Das sind Ungläubige und Ignoranten. Ein vernünftiger Jude weiß sich zu halten, besonders an einem großen Festtag wie heute. Es ist die 6.
Stunde, 9 Uhr morgens und das Fasten geht erst um 10 Uhr zu Ende.

Petrus vor der Menge

Siehst du den Großen mit dem Bart, da drüben ? Er heißt Petrus. Es ist der Leiter der Gruppe Jesu. Jetzt wird er zur Menge sprechen.
– Woher kennst du ihn ?
– Ich kenne ihn nicht direkt, aber Simon von Zyrene, mein Vetter, hat mir von ihm erzählt. Weißt du, dass die Römer meinen Vetter Simon gezwungen haben, Jesu Kreuz vor der Hinrichtung hinauf auf den Golgatha zu tragen ? Der Arme, das war schecklich für ihn : nächtelang hat er nicht mehr geschlafen. Er ist der Gruppe der Jesusfreunde näher getreten, aber et wagt es noch nicht, offen für ihn Stellung zu nehmen. Er hat Angst…
– Und Petrus ?
– Er ? Dass er an dieser Stelle auftritt, ist schon ein Wunder an sich.
Als Jesus festgenommen wurde, hat er dreimal gelogen. Einer Magd hat er gesagt, er kenne ihn nicht. Und heute wird er vor all diesen Leuten für ihn eintreten. Eine derartige Verwandlung kann nur von Gott kommen.
Hören wir ihm mal gut zu :

Hier geschieht vielmehr, was Gott durch den Propheten Joel angekündigt hat :
« Wenn die letzte Zeit anbricht, sagt Gott, werde ich alle Menschen mit meinem Geist erfüllen, Männer und Frauen werden dann zu Propheten. Alte wie Junge haben Träume und Visionen. Allen, die mir dienen, Männern und Frauen, gebe ich meinen Geist und sie werden als Propheten reden. Am Himmel und auf der Erde lasse ich wunderbare Zeichen erscheinen : man sieht Blut, Feuer und dichte Rauchwolken ; die Sonne verfinstert sich und der Mond wird blutrot. So kündigt sich der große strahlende Tag des Herrn an.
Wer sich dann zum Herrn bekennt und seinen Namen anruft, wird gerettet. (Apostelgeschichte 2.17-21).

Joels Weissagung aktualisiert

Hast du’s gehört : dieser Petrus kennt den Propheten Joel auswendig. Erinnerst du dich noch : zu Joels Zeit hat ein Heuschreckeneinbruch eine schwere Hungersnot verursacht. Der Prophet hat das Volk zur Buße aufgerufen ? Als Prophet hat er das Kommen des Tags des Herrn angekündigt ; da wird der Heilige Geist auf ganz Israel ausgegossen werden.

Ein kleiner Unterschied

Hast du gut hingehört ? Jetzt will ich dir Joels Worte genau nachsagen. Pass auf den kleinen Unterschied auf, am Anfang :

Es kommt die Zeit, da werde ich alle Menschen mit meinem Geist erfüllen. Alle Männer und Frauen in Israel werde ich zu Propheten machen. Alte wie Junge werden Träume und Visionen haben. Sogar den Knechten und Mägden werde ich zu jener Zeit meinen Geist geben ? Dann ist der große und schreckliche Tag nahe, an dem ich ein Gericht halte. Man wird seine Vorzeichen sehen am Himmel und auf der Erde. Menschen liegen erschlagen in ihrem Blut, Flammen und Rauchwolken steigen auf, die Sonne verfinstert sich und der Mond wird blutrot. Aber jeder, der sich zu mir bekennt, wird gerettet. (Joel 2.28-29 oder 3.1-5, je nach den Übersetzungen)

Na, kannst du mir jetzt sagen, was verschieden war ?
– Es ist fast das Gleiche. Petrus hat Joels Text nur leicht geändert. Anstatt danach sagt Petrus es kommt die Zeit (oder in der Zeit am Ende). So ist es genauer.

Eine Erinnerung an Jesaja

Die Änderung beruht auf einer Erinnerung an Jesaja 2.2 :

Es kommt eine Zeit, da wird der Berg, auf dem der Tempel des Herrn steht, alle anderen Berge überragen. Alle Völker strömen zu ihm hin.

Alle Völker im Friedensplan Gottes

Petrus zitiert Jesaja, um Gottes Herrlickeit und Macht zu bezeugen. Der Herr wird alle Völker der Welt zu sich ziehen ; sie werden sich seiner Herrschaft unterwerfen. Alle, Juden wie Nichtjuden, werden an seinem Friedensplan Teil haben.

Verwirklichte Weissagung

Petrus zufolge verwirklicht sich heute Joels Weissagung. Es ist alles, was du heute, an diesem Pfingsttag, gesehen und gehört hast : die Feuerzungen, die verschiedenen gesprochenen Sprachen, das alles ist die Erfüllung von Joels Ankündigung. Eben hat Gott seinen Geist auf alle ausgegossen. Männer und Frauen, Junge und Alte, Knechte und Mägde hörst du prophetisch reden.

Die Bedingung, für Petrus wie für Joel : den Namen des Herrn anrufen, um gerettet zu werden

Wozu prophetisch reden ?

– Warum diese Verheißung Joels und heute die des Petrus, dass alle den Heiligen Geist erhalten können ? Warum diese Weissagung ? Wozu dient sie ?

Gott mit Mose auf dem Sinai

Kommen wir zu Mose zurück, unten am Sinai. Ich wiederhole dir, was da passierte und du versuchst dann, es zu verstehen.
Das Volk Israel hört nicht auf zu klagen. Mose bittet Gott um Hilfe, um es zu fûhren :
Ich allein kann dieses ganze Volk nicht tragen, die Last ist mir zu schwer (Numeri 11.14).
Gott befiehlt ihm dann, 70 Männer am heiligen Zelt zu versammeln.
Ich werde von dem Geist, den ich dir gegeben habe, einen Teil nehmen und ihnen geben. Dann können sie die Verantwortung für das Volk mit dir teilen und du brauchst die Last nicht allein zu tragen.
Und als sie dann versammelt waren,
kam der Herr in der Wolke herab und redete Mose an. Er nahm einen Teil des Geistes, den er Mose gegeben hatte und gab ihn den siebzig Ältesten. Als der Geist Gottes über sie kam, gerieten sie vorübergehend in ekstatische Begeisterung wie Propheten.
Dies geschah ihnen nur dieses eine Mal.
Aber an einer anderen Stelle weissagen zwei Älteste weiter. Josua bittet Mose, sie aufhören zu lassen. Das will aber Mose nicht :

Möge der Herr vielmehr allen Mitgliedern seines Volks seinen Geist schenken, damit sie alle zu Propheten werden !

Hast du das verstanden ?
– So ungefähr. Gott hat auch den siebzig Ältesten seinen Gesit gegeben, damit sie Mose helfen können, das Volk führen.

Weissagung : Gottes Leitung durch den Heiligen Geist

– Ja, denn Prophetie ist Gottes Art, durch den heiligen Geist zu leiten. Weissagt jemand, so kündigt er durch den Geist das an, was Gott uns zu wissen geben will.
Verwundert dich das alles, Lucius ? So unerwartet ist das nicht. Und wenn es heute einfach die Wiederholung dessen wäre, was mit Mose geschah und das Joel ergänzt hat ? Die Feuerzungen, die mit dem Geist beschenkten Männer und Frauen, das Sprechen in anderen Sprachen, die Prophetie, das alles ist, wie es bei Mose und den siebzig Ältesten war.
Die Torah sagt uns : « Als der Geist über sie kam, wurden sie von ekstatischer Begeisterung ergriffen » (Numeri 11.25)

Vor Zeiten einigen vorbehalten, heute allen geschenkt

Den Unterschied kannst du aber sehen. Früher wurde der heilige Geist nur den Leitern, den Priestern und en Königen Israels für einen bestimmten Dienst gegeben.
Heute wird der Geist allen geschenkt, wie es Mose wünschte. Allen denjenigen, die sich zum Herrn hinwenden, um ihn zu lieben und um ihm zu dienen, unter allen Völkern und in allen Ländern.

Ankündigung des Gerichts

– Ich verstehe aber nicht recht, warum Petrus auch von Blut, Feuer, Rauchwolken spricht, von der verfinsterten Sonne, vom Kommen des Tags des Herrn wie eines großen und schrecklichen Tags.

– Ja, Lucius, am Ende der Zeit wird es einen Gerichtstag geben für alle, die es verweigert oder vernachlässigt haben, sich zum Herrn hinzuwenden. Man hat mir auch berichtet, dass man bei der Kreuzigung Jesu plötzlich nichts mehr sehen konnte.

Und auch Ankündigung des Heils

Vergiss aber ja nicht die Hauptsache :
Wer sich dann zum Herrn bekennt und seinen Namen anruft, der wird gerettet (Apostelgeschichte 2. 21).
Petrus hat viel vom Heiligen Geist gesprochen. Das gebührt sich so und ich habe dich daran erinnert : der Geist wirkt immer mächtig in der Geschichte unseres Volks.

Verhältnis zwischen Heiligem Geist, Jesus und Gott

Hören wir jetzt weiter. Was wird Petrus jetzt sagen ? Wie wird er den Heiligen Geist mit Gott dem Schöpfer und diesem Jesus verbinden, der ihm doch enebürtig ist, der ihm gleichartig ist ?
Was Petrus erreichen will, ist dass seine Zuhörer Jesus Christus als den Herrn erkennen. Er erwartet vom Heiligen Geist, dass sie sich ihm zuwenden.

Jesus, Offenbarung Gottes

– Ja, wenn dieser Jesus Herr ist, dann ist er Gott gleich. Wie ist das zu beweisen ? Für uns Juden gibt es nur einen Gott, den Herrn Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Wie kann man dann erklären, dass er sich als Mensch, in Jesus von Nazareth offenbart hat ?

Eine prophetische Aussage Davids

– Da, pass mal auf ! Petrus zitiert eben Worte des Königs David :

Schon David hat von ihm gesagt :
Ich habe den Herrn immer vor Augen,
Er steht mir zur Seite,
Darum fühle ich mich sicher.
Das erfüllt mein Herz mit Freude
und lässt mich jubelnd singen.
Selbst wenn ich sterbe, habe ich die Zuversicht,
Dass du, Herr, mich nicht bei den Toten lässt ;
Du gibst deine treuen Diener nicht der Verwesung preis,
Du hast mir den Weg zum Leben gezeigt ;
In deiner Nähe bin ich froh und glücklich. (Apostelgeschichte 2.25-28)

Das betrifft jemand, der den Tod überlebt hat – Psalm 16

Das ist wortwörtlich der Psalm 16, der jemand betrifft, der den Tod überlebt hat
Darum wirst du mich nicht in die Totenwelt schicken,
Du kannst mich doch nicht der Vernichtung preisgeben. (Psalm 16.10)

Da David tot ist, betreffen diese Worte notwendigerweise jemand anders als ihn, jemand der immer lebendig geblieben ist.

Ein Nachkomme Davids

Diese Person muss auch ein Nachkomme Davids sein.
Wie Petrus eben daran erinnert hat,
aber David war ein Prophet und Gott hatte ihm feierlich zugesagt, einer seiner Nachkommen werde auf Gottes Thron sitzen (Apostelgeschichte 2.30)

Gottes Versprechen an David

– Ja, Großvater, diese Verheißung an David steht im 2. Buch Samuel :

Wenn deine Zeit abgelaufen ist und du stirbst, werde ich dafür sorgen, dass einer deiner Söhne dir auf dem Königsthron folgt. Der soll dann ein Haus für mich bauen und ich werde seiner Herrschaft für immer Bestand geben (2. Samuel 7.12-13).

Davids erster Nachkomme ist Salomo. Er hat den Tempel gebaut, aber später gab es in Israel keine Gott treuen Könige mehr…

Dann kommt ein ewiger König auf einem ewigen Königsthron : das bezeichnet einen Herrn, der Gott gleich wäre

Hast du’s gehört, da hat Petrus eben den Anfang eines anderen Psalms Davids zitiert.

Ein Herr zur Rechten Gottes – Psalm 110

Gott, der Herr lässt dir sagen, dir meinem Herrn und König : « Setze dich an meine rechte Seite ! Ich will dir deine Feinde unterwerfen, sie als Schemel unter deine Füße legen… (Psalm 110.1)

Gott der Herr spricht zu einer anderen Person, die er Herrn nennt. Er heißt sie, sich an seine rechte Seite setzen.

Jesus zu Gottes rechter Seite ?

Wer ausser Jesus, der zugleich Mensch und Gott ist, wäre würdig, sich an Gottes rechte Seite zu setzen ?

Er wurde gekreuzigt !

– Das wäre ausgezeichnet, aber da gibt es doch ein riesiges Hindernis : Jesus wurde gekreuzigt und nach unserem Gesetz ist ein Gehängter unter dem Fluch Gottes (Deuteronomium 21.23). Ein Verfluchter kann nicht der Messias sein. Wie schade !
– Das ist bei weitem noch nicht verloren. Ich wiederhole dir, was Petrus am Anfang gesagt hat. Da hat er die Schwierigkeit meisterhaft gelöst.

Gott hat ihn auferweckt

Ihr Leute von Israel, hört, was ich euch zu sagen habe ! Jesus von Nazareth kam zu euch im Auftrag Gottes : das konntet ihr an den wunderbaren Taten sehen, die Gott durch ihn geschehen ließ. Ihr habt alles miterlebt und doch habt ihr ihn durch Menschen, die Gott nicht kennen, ans Kreuz schlagen lassen. Aber so hatte Gott es vorherbestimmt. Er hat ihn auch aus der Gewalt des Todes befreit und wieder zum Leben erweckt ; der Tod konnte ihn unmöglich gefangen halten. (Apostelgeschichte 2.22-24)

Zuest hat Gott Jesus durch die von ihm vor den Augen der Öffentlichkeit gewirkten Wunder und Zeichen bestätigt. Merke es wohl, Petrus hat es unterstrichen : diese Wunder haben wirklichen Leuten geholfen, die vielleicht hier bei uns stehen.

Ungültige Verurteilung

Dann wiederholt er den Punkt mit Nachdruck : eure Verurteilung ist lügenhaft. Ihr habt einen Unschuldigen durch Gottlose dem Tod ausgeliefert. Deshalb ist seine Verurteilung zum Tod vor Gott ungültig. In seine Augen ist sie grundlos. Und der Fluch hat auch keinen Bestand.

Der Beweis

Gott hat ihn aus der Gewalt des Todes befreit und wieder zum Leben erweckt ; der Tod konnte ihn unmöglich gefangenhalten. (Apostelgeschichte 2.24)

Jesus ist also tatsächlich der angekündigte ewige König, der den Tod überwunden hat.

Diesen Jesus also hat Gott vom Tod erweckt, das können wir alle bezeugen. Er wurde zu dem Ehrenplatz an Gottes rechter Seite erhoben und erhielt von seinem Vater die versprochene Gabe, den Heiligen Geist, damit er ihn an uns weitergibt. Was ihr hier seht und hört, sind die Wirkungen dieses Geistes. (Apostelgeschichte 2.32)

Gott hat diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Retter der Welt gemacht (2.36).

Eine vom Heiligen Geist geleitete Beweisführung

– Da muss ich aber staunen. Das ist eine meisterhaft angelegte Beweisführung, von einem angeblich ungebildeten Fischer. Diese ganze Argumentation ist nur nach den drei Jahren mit Jesus denkbar und vor allem dank dem Eingriff des Heiligen Geists.

Überzeugende Verbindung zwischen Gott, Jesus und dem Heiligen Geist.

Petrus hat bewiesen, dass Jesus der Herr, Gott gleich ist. Er ist der Messias, der Gesalbte Gottes. Er kam, um für die Sünden der Menschen zu sterben. Durch den Heiligen Geist hat ihn Gott auferweckt, damit die Menschen vor Gott gerecht werden können.

Ein erfundenes aber selbst auslebbares Ende

– Schau, da sind Leute, die kopfschüttelnd davongehen. Viele aber gehen auch zu Petrus hin.
– Lass uns auch hingehen, um noch mehr zu erfahren !

Lucius und sein Großvater haben sich beide in voller Kenntnis der Sachlage zu Jesus Christus bekehrt. Sie haben die Anleitungen des Petrus aufmerksam befolgt. Sie haben Buße getan und wurden im Namen Jesu Christi wegen der Vergebung ihrer Sünden getauft und empfingen die Gabe des Heiligen Geists.
Der Junge hat eine Schneiderlehre bei einer christlichen Familie Bethaniens mitgemacht, bei Lazarus, dem von Jesus Auferweckten und seinen Schwestern. Daneben hat er eine biblische Ausbildung bein Rabbiner Gamaliel erhalten, der ja auch der Lehrer des Apostels Paulus gewesen ist.
Wie es ihm sein Großvater erklärt hatte, wenn man fest im christlichen Glauben verankert ist, scheut man sich nicht, mit anderen Ansichten konfrontiert zu werden, da ja die Lehre der Heiligen Schriften des Judentums den Hintergrund des christlichen Glaubens bilden.
Einige Jahre später, nach dem Tod des alten Josaphat, hat Lucius Jerusalem verlassen.

Der echte Lucius wiedergefunden

Der Name eines Lucius von Zyrene wird am Anfang von Apostelgeschichte 13 unter den Verantworlichen der Gemeinde von Antiocha angegeben :
In der Gemeinde von Antiochia gab es eine Reihe von Propheten und Lehrern : neben Barnabas waren es Simon der Afrikaner, Lucius von Zyrene, Manaën, der zusammen mit dem Fürsten Herodes erzogen worden war und Saulus (der später Paulus genannt wurde).

C.S.